Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Sex und Gender - was weiblich und männlich ist

Denn seit 2000 Jahren  werden Mädchen in eine passive, nachgebende, verbindliche Rolle gedrängt und Jungen auf Aktivismus, Aggressionen und Kraft getrimmt, und aus diesem Rollenverhalten wird dann der Schluss gezogen, dass es sich um ein biologisches, um ein Naturgesetz handelt.
Die Ausnahmen, die dieser Gesetzmäßigkeit entgegenstehen, können ruhig da sein, sie erschüttern dieses Vorurteil keineswegs, denn Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Und Sie liebe Leserin, sind auch nicht frei davon!

Beispiel Witz:
"Sag mal Andrea, weshalb spielst du eigentlich nicht mehr mit Oskar?" - "Würdest du mit jemandem spielen, der dich beim kleinsten Streit immer gleich verhaut?" - Nein, natürlich nicht." "Siehst du, Oskar, eben auch nicht."

Wie funktioniert ein Witz? Er ist lustig, weil in einer Alltagssituation die Pointe eine Überraschung bringt, etwas Unerwartetes.
Vertauschen Sie mal die Namen Andrea und Oskar - nichts Lustiges ist mehr da.

Wir sind es gewöhnt, dass Mädchen von Buben verhauen werden, das empfinden wir als normal! - andersherum ist es lustig ....

Der Witz ist aus einem Jugendmagazin für 9 bis 13jährige

Seit geraumer Zeit wird in den Sozialwissenschaften der Begriff "Gender" zur differenzierten Betrachtung der Geschlechtskategorie benutzt.
Gender bezeichnet im Gegensatz zu Sex jene nicht naturgegebenen Aspekte von Geschlechtlichkeit, die gesellschaftlich vermittelt werden.

Gender fasst die Glaubensvorstellungen und Erwartungen einer Kultur in bezug auf "Weiblichkeit" und "Männlichkeit" zusammen.

"Männlichkeit" basiert z.B. auf den Eigenschaften

  • Aktivität,
  • Dynamik,
  • Leistungs- und Wettbewerbsorientiertheit,
  • emotionale Unempfindlichkeit 
    und Unabhängigkeit,
  • Dominanz und 
    Selbstbewusstsein;

"Weiblichkeit" hingegen auf Eigenschaften wie

  • Emotionalität,
  • Empfindsamkeit,
  • Passivität,
  • Taktgefühl,
  • Mangel an technischer 
    Begabung,
  • Beziehungsorientiertheit,
  • Selbstlosigkeit und
  • Schutzbedürfnis.

Diese Anschauungen werden im komplexen Prozess der Sozialisation mit Sex, dem biologischen Geschlecht, verknüpft und weitgehend verinnerlicht.


Was sich fatal auswirkt, denn sie erscheinen in der Folge als gleichermaßen "naturgegeben", wie die biologisch-körperlichen!

Durch diesen Prozess der Naturalisierung von Gender wird Geschlecht zum Mythos.
Das Besondere am Mythos Geschlecht ist nicht, dass sein Inhalt falsch (oder richtig) ist; das Besondere ist vielmehr, dass er nicht als Mythos erkannt wird.

Er erscheint als System von Fakten und ist doch in Wirklichkeit nur ein System von Bewertungen.

 
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