Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Konditionierung - Die Dressur beginnt

"Es ist ein Junge!" - "Es ist ein Mädchen!" -
das sind die ersten Worte der Hebamme im Entbindungszimmer.

Dem Kleinen ist es völlig egal, welchem Geschlecht es angehört und es wird ihm noch ziemlich lange gleichgültig sein.
Aber in der Zwischenzeit gibt es Leute, die sich darum kümmern, dass das Kind das ideale Bild eines kleinen Mädchens oder eines kleinen Jungen eingetrichtert kriegt. Sie müssen sich dazu so eng wie möglich diesem Modell anpassen, koste es, was es wolle.

Und das sicherste Mittel, um das Kind in seiner Geschlechterrolle festzulegen ist, es in Verhaltensnormen zu zwängen, die keinen Widerspruch zulassen und von der Gesellschaft ständig bestätigt werden. Je stärker sich diese Verhaltensmodelle bei Mädchen und Jungen unterscheiden, desto klarer ist das Resultat.
Deshalb wird von frühester Kindheit an alles eliminiert, was Mädchen und Jungen gleich machen könnte und alles andere hervorgehoben, was den Unterschied betont.


Der Vater

Grundsätzlich haben die Väter nur eine zweitrangige Rolle, aber ihre Funktion ist es, ständig das mütterliche Verhalten zu korrigieren und zu kontrollieren. Und das tun sie gewissenhaft, denn sie sind es, die etwas zu verlieren haben!

Sie präsentieren sich dem Jungen als Identifikationsperson, als jemand den der Sohn nachahmen soll.
Für das Mädchen stellen sie die Idealfigur des Mannes dar. Aber im großen und ganzen ist es die Mutter, die die Kinder dauernd hat, sowohl den Jungen, als auch das Mädchen.

Sie wird aus der kleinen Tochter genau die Art von Frau machen, die die Männer billigen und die sie selbst auch ist.
Den kleinen Jungen erzieht sie so, wie sie Männer seit ihrer Kindheit kennt und akzeptieren muss. (Und nicht zu der Art Partner, wie sich die meisten Frauen einen für sich selbst wünschen -  das wundert mich immer.) Es ist nicht besonders schwierig mit ihrem Sohn: sie braucht nichts anderes zu tun, als das tolerante, komplizenhafte, gefällige Gehabe an ihm anzuwenden, das sie auch erwachsenen Männern gegenüber hat.


Die Mutter

  • Was passiert zwischen dem neugeborenen Mädchen und der Mutter?

  • Was passiert zwischen dem neugeborenen Jungen und der Mutter?

Welche Mittel hat sie, "unpassende" Verhaltensweisen des Kindes zu verändern? Wie kann sie das Kind dazu veranlassen, sich dem vorgeschriebenen Schema anzupassen?

 
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