Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Essen und Nahrung beim Säugling
Wie werden Säuglinge dazu gebracht, sich beim Essen zu beeilen?

Ich habe darüber gelesen, ich habe zugeschaut und ich habe es selbst als Kind erlebt - es hat mir jedesmal den Magen umgedreht, ganz abgesehen von der Wut, die ich gekriegt habe.

"Beeil dich" heißt:

Kürzere Erholungspausen zwischen dem Runterschlucken und dem nächsten Saugen.

Um das zu erreichen, wird das Kind geschüttelt, wenn es langsamer trinkt, es wird in die Backe gezwickt oder es wird in einer unbequemen provisorischen Haltung gestillt, z.B. im Stehen, wie es meine Mutter mit mir gemacht hat, ohne mein Köpfchen gut abzustützen, so dass ich das Gefühl des Erstickens hatte. Oft halten die Mütter dem Kind die Nase zu, damit es wieder den Mund öffnen muss und sie erneut den Schnuller oder die Brust hineinstecken können.

Essen und Trinken
hält Leib und Seel' zusammen.

Deutsches Sprichwort

Unruhig
Essen gibt
ein schlecht verdau'n.

Shakespeare

Gut gekaut ist halb verdaut.

Volksmund

Das Kind lernt sehr schnell, ob es sich darauf verlassen kann, dass es in Ruhe seine Nahrung essen darf, oder ob ihm das Vergnügen des Essens, der Genuss, verweigert wird.

Dem Jungen wird diese Pause von der Mutter eher zugestanden als dem Mädchen.

Sie akzeptiert seinen eigenen Rhythmus. Ich stimme den französischen Psychologinnen zu, die sagen: Frauen haben eine unbewusste Achtung vor der männlichen Autorität.
D.h., die Mutter akzeptiert in ihrem kleinen Sohn den Mann und gesteht ihm seinen eigenen Willen zu - bricht jedoch diesen eigenen Willen beim Mädchen.

Und als wäre es damit noch nicht genug, gibt es eine weitere Studie, die den größeren Drill bei Mädchen offenbart:

  • Mädchen essen früher als Jungen selbständig, und zwar zwischen 24 und 30 Monaten, während die meisten Jungen sich bis zum Alter von 4 bis 5 Jahren helfen lassen.


Es wird deutlich, dass es sich nicht nur um kleine Differenzen handelt, sondern bereits um eine grundsätzliche Benachteiligung und Weichenstellung mit schweren Folgen für die Entwicklung der kleinen Mädchen.

Während bei Jungen von Anfang an eine relative Autonomie gewährt und unterstützt wird, ist auf Seiten der Mädchen Anpassung und Unterordnung unter einen fremden Willen gefordert. Die Autonomie wird gebrochen.

Dabei ist auffallend, wie ich an anderer Stelle schon erwähnt habe, dass die "mädchenspezifischen" Fertigkeiten und Eigenschaften die Erziehungspersonen von Arbeit entlasten!

Mädchen werden früher als Jungen nicht mehr gefüttert, machen nicht so häufig die Windeln nass, und müssen weniger intensiv bei lebhaften körperlichen Aktivitäten beaufsichtigt werden.


Die Tatsache, dass kleine Mädchen bereits in diesem Alter in ihrer Persönlichkeitsentwicklung nicht nur behindert, sondern schon geschädigt sind, zeigt sich beispielsweise deutlich in Ess- und Schlafschwierigkeiten.
(Ess-Störungen in vielen Facetten - von Mager-  bis Diätsucht - kennen wir ja von Mädchen und Frauen aller Altersstufen.)


 

Kein KommentarNach einer Umfrage haben 94% aller Mädchen "Schwierigkeiten beim Füttern" (extrem langsames Essen, Erbrechen, Zerfahrenheit), dagegen nur 40% der Jungen.
Hier wird deutlich, dass zwischen Müttern und ihren kleinen Mädchen etwas überhaupt nicht stimmt!

Guten Appetit!

 
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