Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Schlucken
Zu den häufigsten "Ess-Schwierigkeiten" gehört die Eigenart, das gekaute Essen stundenlang im Mund zu behalten. Was hat es damit auf sich?
  • Also: die Mädchen (manche Jungen auch) kauen ihr Essen, schaffen es aber nicht runterzuschlucken, besonders wenn es festes Essen ist, also Fleisch zum Beispiel.
Je fester, desto enger kommt ihnen ihr Hals vor, wo es ja durch soll. Flüssige Nahrung, Milch oder dünner Brei "fließt" von alleine. Die Kinder müssen nicht aktiv schlucken.

Warum haben sie diese Schwierigkeiten?

Der Körper ist immer ein Spiegel der seelisch-emotionalen Befindlichkeit. Wenn die Kinder sich belastet fühlen, durch alles Mögliche, das sie schlucken müssen, obwohl sie es nicht wollen, weil sie in der Zwangsjacke stecken, die da Eltern-Kind-Beziehung heißt, fühlt es sich für sie "erstickend" an, wenn sie noch mehr schlucken sollen, von dem Zeug, das sie einfach vorgesetzt bekommen.

"Friss’ Vogel, oder stirb!" Kinder müssen sich emotional anpassen, wenn sie dafür die Zuwendung der Eltern bekommen wollen. Babys, die keine oder zuwenig emotionale Zuwendung bekommen sterben an Hospitalismus, der auch "plötzlicher Kindstod" genannt wird. Das Kind liegt eines morgens einfach tot in seinem Bettchen. Es ist an Gefühlsmangel gestorben, die Erziehungspersonen haben es emotional verhungern lassen.

Wir wissen, dass körperlich unterernährte Kinder Schäden davon tragen, die sie teilweise ihr ganzes Leben lang behalten. Genauso ist es mit gefühlsmäßig unterernährten Kindern, solche die keine positive Zuwendung bekommen, die als Objekt oder Gegenstand behandelt werden.

Solche, die eine Funktion erfüllen müssen:

beispielsweise "das Kind, das die Ehe retten soll",

  • "der Stammhalter",

  • "die süße Kleine, zum Knuddeln",

  • "der Beweis dafür, dass die Ehefrau eine richtige Frau ist und entsprechend Anerkennung bekommt",

  • "das Alibi, damit die Frau keine Selbstverantwortung übernehmen muss, sondern sich versorgen lässt",

  • "das Kind als Werkzeug, um die Frau ans Haus/an den Mann zu fesseln" usw.

Kinder, die eine solche Funktion ausfüllen müssen, und das sind bis auf Ausnahmen alle in dieser Gesellschaft, fühlen sich - zu Recht - überfordert. Ein Kind will um seiner selbst willen akzeptiert werden.

Sie kauen ihr essen, schaffen es aber nicht, noch mehr zu schlucken. Sie spucken es auch nicht aus, denn ihr Körper hat ja eigentlich Hunger. Sie sind in einem Dilemma.

Bei kleinen Kindern findet sich diese Problematik überwiegend bei Mädchen, aber auch bei Jungen. Später erfahren die Jungen mehr und mehr Akzeptanz, so dass sie nicht länger "Schluckprobleme" haben.

Die Mädchen erfahren während ihres ganzen Lebens keine Akzeptanz als Persönlichkeit, sie müssen weiter Demütigungen und Ungerechtigkeiten in sich hineinfressen - ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ab und zu auszuspeien.

Am deutlichsten wird es ihnen, wenn sie in die Pubertät kommen, vorher haben sie noch Illusionen über die Welt, denken alles steht ihnen offen. Jetzt spüren sie mit voller Wucht, was es wirklich bedeutet, ein Mädchen/eine Frau in diesem Land zu sein.

Ein Sexobjekt.

Ein Opfer.

Eine Eheprostituierte.

Eine Schlechterverdienende.

Eine Doppel- oder Dreifachbelastete.

Eine Zweitrangige.

Eine Putzfrau, Dienerin, Sklavin - mit 75% Rentenanspruch.

Eine dreifach belastete Berufsmutter.

Eine, die dressiert wurde ihre Kraft aufzugeben.

Eine fleißige, nimmermüde Perfektionistin.

Eine Mundtotgemachte.

Eine Zweitwagenbesitzerin.

Eine wunderbare Filmleiche.

Eine Frauenhausbewohnerin.

Eine fremdbestimmte Gebärmaschine.

Eine Männerbewunderin.

Eine Vergewaltigte, Geschlagene.

Diese noch so verletzlichen pubertierenden Mädchen bekommen keine, aber auch überhaupt keine Unterstützung. Keinen Trost, keine Liebe, kein Verständnis. Und schon gar nicht von der nächstliegenden Person, ihrer Mutter. Nicht wirklich. Denn die müsste ja ihr eigenes Weltbild in Frage stellen, wenn sie das Dilemma ihrer Tochter erkennen würde.

Sie steckt ja selbst im Konflikt.

Wie reagieren Töchter auf diesen ganzen Müll, der hier über sie hereinbricht?

Wie reagiert eine Person mit gesundem Menschenverstand auf eine Situation, die sich nicht zu leben lohnt, keine lebenswerten Aussichten anbietet? Etwa die einer lebenslänglich Verurteilten?

Sie versucht sich umzubringen, bewusst oder unbewusst - das Ergebnis ist das gleiche.

Indem sie die Nahrung verweigert (Magersucht), indem sie Drogen nimmt, indem sie sich leichtfertig in gefährliche Situationen begibt, indem sie sich innerlich abtötet, als roboterhafte, aber gepflegte und herzeigbare Kreatur dahin vegetiert (solche sehen am normalsten aus...).


In der Schule bekommen Kinder neue Bezugspersonen.
Geschultes Personal - Erziehungsprofis!

Geht es den Mädchen jetzt besser?

 
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