Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Lerninhalte - Lernziele

pippi langstrumpf

Zuerst ein wenig Unterhaltung:

Königin Elena von Italien (1873-1952) hatte einmal in einem Kurort ein reizendes kleines Mädchen bemerkt. "Kannst du nähen?" fragte sie die Kleine. "Nein, ich kann nur Strümpfe stricken." - Und du weißt, wer ich bin?" - "Ja, Signora. Sie sind die Königin." - Gut, dann strick mir ein paar Strümpfe und schick sie mir nach Rom."
Die Strümpfe kamen pünktlich im Palast an, und die Königin schickte zum Dank ein Paar Seidenstrümpfe, den einen mit Süßigkeiten, den anderen mit Geld gefüllt. Daraufhin erhielt sie einen Brief ihres Schützlings: "Signora, Ihr Geschenk hat mich viele Tränen gekostet. Mein Vater hat das Geld genommen, mein älterer Bruder die Süßigkeiten und meine Mutter die Strümpfe."

Aus: Arbeitstexte für den Unterricht (für die Sekundarstufe),
Anekdoten, Reclam, 1996


Welche Lernziele werden die LehrerInnen wohl mit ihren Schülerinnen und Schülern anhand dieser Anekdote erarbeiten??

Was der Text untermauert, wenn nicht entsprechend hinterfragt wird, ist:

  • Zum Tätigkeitsfeld von Mädchen gehören Nähen und Stricken.

  • Es ist lustig, wenn einem Mädchen von Erwachsenen und/oder männlichen Personen Geschenke weggenommen werden. Geringschätzung der Person.

  • Erwartungs-Klischees - Oder: wie würden wir empfinden, wenn sich die Mutter das Geld, der Vater die Süßigkeiten und der Bruder die Seidenstrümpfe geschnappt hätte?

Was haben Mädchen denn nun tatsächlich im Klassenzimmer zu erwarten?

 
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