Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
Einleitung | Kontakt | Gratis Ebook
Home arrow Schule arrow Prägung durch unbewusste LehrerInnen




Prägung durch unbewusste LehrerInnen

In der Grundschule lässt die Klassenlehrerin mit den Zehnjährigen ein Planspiel "Sitzung des Gemeinderats" spielen. Als sie die Kinder den Bürgermeister wählen lässt, meldet sich ein einziges Mädchen neben drei Buben als Kandidatin.

Der Kommentar der Lehrerin: "Ja, natürlich, es kann ja auch mal eine Bürgermeisterin sein!"

Damit brachte sie, trotz löblichen Vorsatzes, die Figur der Bürgermeisterin als Ausnahme, als das von der Norm abweichende zum Ausdruck. Die Kinder begriffen es. Gewählt wurde ein Bub.


Wie lernen Mädchen LERNEN?

Eine Viertklässlerin weiß nicht, wie eine Diskette in den Computer eingelegt wird. Sie meldet sich, damit der Lehrer ihr hilft. Der Lehrer geht zu ihr hin und legt die Diskette für sie ein.

Folgendes Szenario ist inzwischen zum Klassiker geworden:

Eine Gruppe von Kindern sollte am Tisch des Lehrers aus Papier Körbe zusammenheften. Der Lehrer zeigte den Jungen, wie sie den Hefter bedienen mussten, während er die Aufgabe für die zunächst zögernden Mädchen einfach selbst erledigte.

Die übermäßige Hilfe, die Mädchen im Kindergarten und in der Schule erhalten, hindert sie Lerngewohnheiten (wie etwa Ausdauer) zu entwickeln, die eine Grundvoraussetzung für den Erfolg in Mathematik und in den Naturwissenschaften sind.

Eltern arbeiten übrigens Hand in Hand mit der Schule. Stellen Sie mal einem Mädchen in Gegenwart der Mutter eine ernsthafte Frage - Sie bekommen die Antwort von der Mutter, auch wenn Sie zu dem Kind sprechen.
Besonders in Fällen, wo das Mädchen die Antwort nicht oder nicht genau weiß, kommt die Mutter der Kleinen zuvor und gibt ihr nicht die Zeit zum Nachdenken oder dazu, sich aktiv Hilfe zu holen.

Die Mutter kennt ja ihre Tochter und deren Antworten und führt so ein perfektes Abhängigkeitstraining mit ihr durch!

 
< Zurück   Weiter >

Mehr von Hannelore Vonier