Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
Einleitung | Kontakt | Gratis Ebook
Home arrow Schändung arrow Was bleibt ist die Angst vor dem Täter




Was bleibt ist die Angst vor dem Täter

"Es war einmal ein kleines Mädchen mit einer rosa Schleife im Haar. Ein blitzgescheites kleines Mädchen, voller Lebensfreude und Poesie. Was man ihm angetan hatte, gehörte zu dem Schlimmsten, was ein Kind erleben kann. Nicht nur sein Körper, sondern auch seine Seele wurden geschändet.

Um zu überleben und nicht den Verstand zu verlieren, baute sich das kleine Mädchen eine eigene Welt auf. Aus dem Kind wurde eine junge Frau, schlafend wie Dornröschen im Märchen. Sie war auf der Flucht vor schrecklichen Erinnerungen, suchte die verlorene Geborgenheit der frühen Kindheit bei Menschen, die ihr nicht helfen konnten. Ihre geistigen Fähigkeiten wurden nicht anerkannt; sie war unsicher, ängstlich, gleichzeitig hart und viel zu nachgiebig.

Das kämpferische kleine Mädchen lebte weiter, tief verborgen in einem Winkel ihrer Seele. Aber die junge Frau wollte keine Verbindung zwischen ihr und diesem Kind in der Dunkelheit sehen, überhaupt keine.

Zwanzig Jahre später begegnete ihr das Böse aufs neue. Sie wusste, wie schrecklich es sein würde. Doch sie lief nicht davon. Nur die wenigsten hätten den Mut aufgebracht. Sie bekämpfte ein zweites Mal diesen perversen Zerstörungstrieb, der manche Männer dazu bringt, wehrlose Frauen und Kinder zu vergewaltigen, zu quälen und Wollust dabei zu empfinden ...

Du hast es geschafft, das Böse zu bannen, das kleine Mädchen in dir wieder heimzuholen. Jetzt bist du wieder mit dir selbst vereint. Aber das ist nur der Anfang.

Jahrelang hast du dich selbst und die anderen belogen, dich untergeordnet, die Schwache gespielt. Frauen sind nicht schwach. Nie! Sie glauben es nur, weil man es ihnen einredet, jeder vernünftige Mensch weiß das. Jetzt gilt es für dich, deine Schuldgefühle loszuwerden, deine Aggressionen in Lebenskraft zu verwandeln."

Ausschnitt aus "Silbermuschel" von Federica DeCesco

Was bleibt, ist die Angst vor dem Schänder

Bild wird geladen ...

"Das ist eine Süße. Die hätte ich auch gerne."
Julia (21) blieb fast das Herz stehen, als sie unverhofft ihrem Stiefvater gegenüberstand.
.Er war die 300 Kilometer von ihrem ehemaligen Wohnort nach München gefahren, um sie zu sehen. Jetzt zeigte er sich von Julias 15 Monate alter Tochter begeistert.

 

  Ein makabres Interesse angesichts der Tatsache, dass der Mann Julia vom 7. Lebensjahr an bis zu ihrem Auszug von zuhause mit 16 Jahren sexuell geschändet hat. Damals, als Mädchen hatte er ihr gesagt, dass er die Mutter nur wegen ihr geheiratet hat.

So viele Jahre ist Julia schon von zuhause weg, aber ihr Peiniger taucht immer wieder auf. Oft hat sie die Wohnung gewechselt, aber er hat immer herausgefunden, wo sie lebt.


"Immer wieder von von vorne anfangen" schreibt Manu. "Immer wieder. Er geht nicht raus aus meinem Leben. Er ist immer da. Immer!


Die Suche nach den Ursachen schwerer psychischer Erkrankungen bei jungen Frauen führt immer häufiger auf die Spur sexuellen Missbrauchs in der Familie.

 

Zum Weiterlesen: Kontexte und Hintergründe sexueller Gewalt an Kindern. Ein Beitrag zur Analyse eines individuellen und gesamtgesellschaftlichen Problems von Waltraud Falardeau

 
Weiter >

Mehr von Hannelore Vonier