Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Außenseiterinnen

Mädchen werden aus genau denselben Gründen zu einem Dasein als Außenseiterinnen verurteilt wie das hässliche Entlein im Märchen. In allen patriarchalen Kulturen wird vom femininen Nachwuchs erwartet, dass er sich auf patriarchal-traditionelle Weise entfaltet, das sogenannte "typische Frauenverhalten" an den Tag legt und die 'Wertvorstellungen' der Familie übernimmt.

Vor allem drängen die Väter darauf, die Traditionen wie gehabt weiterzuführen. Die Mutter ist mehr oder weniger die "Exekutiv-Gewalt", die selber bei nicht-linientreuem Verhalten mit Repressalien rechnen muss, außerdem als Kind selbst nichts anderes gelernt hat und meist in Abhängigkeit vom "Familienoberhaupt" lebt.


Ist dir schon mal aufgefallen, dass insbesondere lesbische Frauen vom System diskriminiert werden? Beispielsweise kommen lesbische Frauen, bzw. - Haushalte im öffentlichen bundesdeutschen Leben nicht vor.
Das statistische Bundesamt hat in seiner Ausgabe "Im Blickpunkt: Frauen in Deutschland", 1998, zwar "nichteheliche Lebensgemeinschaften" und "allein erziehende Frauen" erfasst, von lesbischen Frauen, die in gemeinsamen Haushalten, teilweise mit Kind/ern leben kein Sterbenswörtchen.

Auch Frauenministerin Nolte, die damals das Geleitwort schrieb, ist offensichtlich nicht darüber gestolpert (sie wird einen Teufel tun und sich bestimmt nicht unbeliebt bei den Mächtigen machen ...).

Wenn Frauen heterosexuelle Normen verlassen, scheinen sie doppelt bedrohlich zu sein: Zum einen gehören sie zu einer sexuellen Minderheit und zum anderen entziehen sich diese Frauen männlicher Autorität.

Also: kein Mädchen darf im Patriarchat das kulturelle Erwartungsgefüge sprengen!

Aber dieses Erwartungsgefüge ist ein überaus eng umrissenes psychologisches Gefängnis.
Ein "unzulängliches" Kind wird einer Reihe von psychologischen Schönheitsoperationen unterzogen und subtilen oder auch gewaltsamen Korrekturen unterworfen.

Und mehr noch als das: Das Kind wird angehalten, die Intelligenz ihrer eigenen Seele zu verleugnen. Die Seele des Kindes mag sehen und erkennen wollen, aber was soll sie mit den Augen ihrer Seele anfangen, wenn ihre Eltern von ihr verlangen, dass deren Gewalttaten geflissentlich übersehen werden?

Die Seele des Kindes mag die Wahrheit lauthals herausschreien wollen, aber unter dem Druck einer solchen Umwelt werden die Stimmbänder der Seele irgendwann rau und zum Schweigen gebracht.

 
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