Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Das unangepasste Kind

Viele starke Frauen hatten in ihrer Kindheit das Gefühl, aus Versehen in der falschen Familie gelandet zu sein. Das kopfschüttelnde Unverständnis der Eltern machte ihnen bewusst, dass sie "anders" waren, "schief gewickelt", in mancher Hinsicht auf bedauerliche Weise unnormal.

Solche Frauen erinnern sich noch Jahre später an die zur Zimmerdecke verdrehten Augen, mit denen jeder ihrer originellen Einfälle quittiert wurde. An das eisige Schweigen oder den argwöhnischen Blickwechsel, der zu sagen schien: "Wie ist es nur möglich, dass ein Wesen von einem anderen Stern ausgerechnet unsere Familie infiltriert?"

Wahrscheinlich habt ihr, die Angesprochenen, euch schon durch eure unverschuldete und völlig unbeabsichtigte "Schwererziehbarkeit" gerächt, einfach indem ihr ein ewiger Dorn im Fleisch eurer Erziehungsberechtigten wart.

Sehr wahrscheinlich flößt ihr eurer Familie noch heute das kalte Grausen ein, wenn ihr euch über eure heutigen Ansichten oder Zukunftspläne äußert.

unangepasstes kind

Diese Art Rache sollte süß genug sein - und nun Schluss mit der endlosen Bitterkeit!
Jetzt solltet ihr dafür sorgen, dass ihr weniger Zeit mit Dingen verbringt, die euch unfairerweise vorenthalten wurden, um mehr Zeit und Energie für die Suche nach eurer wahren Familie übrig zu haben.

Es ist nämlich durchaus möglich, dass wir zwar genetisch zu einer Familie gehören, aber geistig und seelisch mit einer völlig anderen Menschengruppe verwandt sind!


Hans Christian Andersen hat den Archetyp des Fremdlings im eigenen Haus in Dutzenden von Märchen beschrieben. Der dänische Dichter kann als eine Art erster Schutzpatron aller unverstandenen Kinder und Außenseiter gesehen werden, der die Suche nach den wahren Verwandten propagierte, nämlich den selbst ernannten! Es geht darum, die geistige Verwandtschaft zu finden.

In seinem Märchen vom "hässlichen Entlein" beschreibt er den typischen Entwicklungsweg eines unangepassten Kindes und damit im übertragenden Sinne auch den der instinktbegabten Frau von Geburt an.

"Das hässliche Entlein" ist eine so genannte Matrixgeschichte, d.h. solche Geschichten enthalten eine fundamentale Erkenntnis, ohne die keine wahren Fortschritte in der psychologischen Entwicklung einer Persönlichkeit stattfinden können.


Zugehörigkeit

Anhand des Märchens von diesem Entlein wollen wir folgende Kernpunkte der Thematik untersuchen:

  • Das Entlein ist ein Sinnbild für die Wildnatur, die selbst unter ungünstigsten Umständen instinktiv für ihr Überleben sorgt.
  • Die Wildnatur legt eine unglaubliche Ausdauer im "Überwintern" an den Tag und ist nicht totzukriegen.
  • Sie findet endlich zu sich selbst und zu "ihresgleichen"

Göttinseidank, können wir da nur sagen, denn als wildnatürliche Frau haben wir zwar Durchhaltevermögen, aber wir kommen andererseits auch nicht ohne Unterstützung im Leben aus.


Ein weiterer Kernpunkt der Geschichte ist, dass

  • die Einzigartigkeit einer Seele, dieses namenlose Etwas, das als die instinktive und spirituelle Identität einer Person bezeichnet wird, von der Umgebung gewürdigt und akzeptiert werden muss, um sich zur vollen Blüte entfalten zu können.

Was passiert in dem Märchen?

Das Entenküken wird von vornherein falsch eingeschätzt und für hässlich befunden, weil es nicht den Erwartungen und Normen seiner Umgebung entspricht!

Selbst die Entenmutter, die sich zunächst noch alle Mühe gibt, das ungewöhnliche Küken zu beschützen, ist emotional hin und her gerissen. Sie gerät in einen Zwiespalt, der sie schließlich dazu treibt, das fremdartige Kind einem ungewissen Schicksal, wenn nicht gar dem Tod zu überlassen.

Das Entlein ist all dem wehrlos ausgeliefert. Die Ablehnung von Seiten der eigenen Angehörigen trifft das Küken völlig unvorbereitet, denn es ist sich keiner Schuld und keines andersartigen Verhaltens bewusst. Es fühlt sich unerklärlicherweise verdammt, ins innerste Herz getroffen, und so haben wir es mit einem klassischen Fall von Minderwertigkeitskomplexen zu tun, noch bevor das Entlein auch nur halbwegs flügge geworden ist.


Und was passiert im RICHTIGEN Leben?

Mädchen erleben ähnlich qualvolle Auseinandersetzungen von frühester Kindheit an. Schon als Kleinkinder werden sie traditionsgemäß eingesperrt und domestiziert wie Haustiere, während ihr natürlicher Widerstand gegen solche Behandlung als starrköpfiger Eigensinn bezeichnet wird!

Ihre Wildnaturen machen sich schon sehr früh bemerkbar. Sie sind neugierig, phantasievoll und legen eine Extravertiertheit an den Tag, die bei einer  normalen Entwicklung die Grundlage ihrer Kreativität in späteren Lebensjahren bilden würde.

Wenn wir davon ausgehen, dass alles Schöpferische Nahrung für die Seele ist, dann ist diese frühe Entwicklungsphase von größter Bedeutung.
Generell werden Mädchen schon früh in ein inneres Exil verbannt, das durch ignorantes Missverstehen oder absichtsvolle Grausamkeit der Umgebung im Lauf der Zeit immer mehr vertieft wird.

So wird das Selbstbewusstsein einer noch ungeformten Psyche von Beginn an verletzt.

Wenn das geschieht, glaubt das Mädchen, dass die negativen Vorstellungen, die von der Familie und Gesellschaft auf seine Person übertragen werden, die absolute reine Wahrheit sind!

Das Mädchen fängt an, selbst zu glauben, dass es schwach, hässlich und unakzeptabel ist. Und mehr noch: dass diese Wahrheit unumstößlich ist und bleibt, ganz egal, was es unternimmt, um Negatives in etwas Positives zu verwandeln.

 
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