Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Warum wird Kindes-Schändung nicht effektiv verfolgt, aufgedeckt und angemessen bestraft?

Oder: Im Patriarchat hat jeder eine Leiche im Keller.

Knapp 95% aller Kinder werden sexuell geschändet. Davon sind 80% Mädchen.

Der Mädchenanteil ist bei den Behörden, der Polizei und auch bei den Medien bekannt. Schauen wir uns das Medium an, das für alle sichtbar ist: die Presse.

In letzter Zeit sind die Zeitungen voll von Missbrauchs/Schändungs-Storys. Häufig handelt die Titelgeschichte davon. Eigentlich immer mit Fotos von Kindern oder Zeichnungen, auf denen Kinder zu sehen sind.

Die Kinder auf den Bildern sind Jungen.

Nein, nicht Jungen und Mädchen abwechselnd - nur Jungen! Vor acht bis zehn Jahren, wo Schändung nur einmal die Woche und nicht täglich in der Zeitung beschrieben wurde, war das noch anders: überwiegend wurden Mädchen auf  Zeichnungen und Fotos gezeigt, oft von einem Mann bedroht.

Es wird allmählich eng fürs Patriarchat. Die Väter-Journalisten wissen schon gar nicht mehr, wie sie es anstellen sollen, wenn sie in den Männer-Zeitungen das eigene Nest nicht allzu sehr beschmutzen wollen.

Schändung als Ausnahme? Kein Problem.
Schändung alltäglich? Das muss abgeschwächt werden.

Also: Fotos von den Ausnahme-Buben und der Text diffuses Larifari.

Jede Frau im Patriarchat weiß:
Die meisten Opfer sind weiblich.

Und außerdem weiß auch jede Frau im Patriarchat:
Die Täter/Schänder sind männlich.


Eine kleine Rechenaufgabe: Wenn fast jedes Mädchen geschändet wird, müssen die Kinder-Schänder einen recht großen Anteil der männlichen Bevölkerung stellen. Die Statistik sagt: der Anteil an Schändern außerhalb der Familie ist nur 5%. Das ist wenig.
Bleiben Väter, Groß- und Stiefväter, Brüder, Onkel.

Der junge Polizist hat einen Cousin. Mann geht mal Einen trinken und kommt so ins quatschen und nach ein paar Bierchen, erzählt der Cousin, dass er so eine süße kleine Nichte hat ... keine Details, nur Andeutungen, haha, der Polizist trinkt sein fünftes Bier, kneift ein Auge zu und sagt "toller Kerl!" Dann wanken die beiden besoffen nach Hause.

Besagter Cousin ist Redakteur bei einer Zeitung ... und hat einen Onkel. Richter. Vier Kinder, das jüngste ist - gottlob - endlich ein Sohn. Die Mädchen sind hübsch, kommen ganz nach der Mutter. Getrennte Schlafzimmer nach 12 Jahren Ehe. Da muss der Vater eben mit den Töchtern ein bisschen "kuscheln" ... und so weiter und so weiter.


Vor kurzem wurde in der Türkei ein wunderbares Gesetz erlassen:

Ehefrauen zu schlagen ist ab sofort strafbar.

Erfreulich, nicht? Bis dahin durften Ehemänner ihre Frauen verprügeln, wenn’s sein musste krankenhausreif. Zum Beispiel, um damit ihre Ehe zu retten!

Jetzt dürfen sie das nicht mehr. Aber wer setzt das durch, kontrolliert es, schützt die Frauen, wenn es doch passiert? Auch in der Türkei gibt es natürlich Polizisten. Ja, aber die haben auch Ehefrauen...

Fazit:

Solange die Täter zur Polizei, zur Staatsanwaltschaft, zur Presse, zum Gericht gehören, zu den untersuchenden Ärzten und Psychotherapeuten, werden die Opfer umsonst auf Hilfe hoffen.

Wie heißt das? Der Wolf im Schafspelz.


Kerstin erinnert sich: Als sie etwa fünf Jahre alt war, kam ihr über alles geliebter, großer Bruder in ihr Zimmer. Er sagte, dass sie sich doch immer ein Schwesterchen gewünscht habe und dass er ihr eins machen könne; plötzlich hat er auf ihr gelegen und versucht in sie einzudringen, was aber nicht ging.
Kerstin erinnert sich an den "Schmerz da unten", an das Gewicht, das auf ihr gelegen hat und wie er sich dann vor ihr selbst befriedigte.
Sie erinnert sich an noch mehr: Wie sie nach wer weiß wie vielen Versuchen des Bruders, sie zu vergewaltigen, den Eltern davon berichtete, "was da immer los sei". Es war kurz nach dem Abendessen und Kerstin hatte wieder einmal keinen Bissen herunter gebracht. Die Eltern riefen den Bruder ins Wohnzimmer, der Vater gab ihm eine Ohrfeige, das war's.
Das Thema wurde nie mehr erwähnt. Hilfe für Kerstin? Verständnis? Trost? Mitgefühl?
"Wir sind eine Familie, in der solche Sachen nicht besprochen werden", sagt sie heute.
Kerstins Vater ist Arzt.


Ich habe eine Idee:

Stellt eine Crew Polizistinnen zusammen, die besten aus den entsprechenden Abteilungen und räumt ihnen Handlungsfreiheit ein.
Sagt ihnen: Wir wollen Ergebnisse zum Thema Missbrauch sehen.

Was glauben Sie? Wären die Frauen erfolgreich?

Ich bin sicher, dass sie es wären, wenn sie diese Chance bekämen.

Aber sie bekommen sie nicht!

Im Patriarchat ist keiner an derlei Ergebnissen interessiert.

Wie soll denn morgen das Wetter werden?

 
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