Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Kinderkriegen soll vortäuschen, dass alles in Ordnung ist.

Patriarchale Frauen kriegen aus vielen Gründen Kinder, nur nicht aus dem einzig überzeugenden Grund: dass sie sich aufgrund ihrer sozialen und gesellschaftlichen Situation und ihrer Persönlichkeit besonders dafür eignen, Kinder großzuziehen. Aber das interessiert sie wenig, denn Mutterschaft im Patriarchat hat mehr mit Habenwollen als mit Gebenkönnen zu tun.

Kinder in die Welt setzen, ist mit die bequemste Art, um vor der Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen zu fliehen und die Leere und das Gefühl von Unwichtigkeit zu überdecken.

Außerdem können Frauen sich als Beschäftigte, überarbeitete Mütter leichter für ihre Trägheit und fehlende Unabhängigkeit entschuldigen und sich obendrein der Mitverantwortung für den politischen und gesellschaftlichen Lauf der Welt entziehen.

Aber das ist alles unbewusst.

Die meisten Frauen machen sich letztendlich keine zu komplizierten Gedanken darüber, warum genau sie nun Kinder haben. Auch wissen sie genauso wenig, was Muttersein eigentlich ist - Existenzberechtigung, Wunscherfüllung, Zeitvertreib, Beruf, Pflicht, Flucht, Fluch, Möglichkeit?

Nur eines ist allen Müttern der Welt klar: Die unbehinderte Macht über ihre Kinder und ihre bedingungslose Liebe sind ihnen sicher. In dem hilflosen Wesen, das sie an ihre Brüste drücken, finden sie sich endlich für die Wertlosigkeit, die sie empfinden, entschädigt.

Man sollte den körperlichen Aspekt von Schwangerschaft nicht unterschätzen. Frauen sind geübt darin, aus Wenigem das Meiste zu machen. Unterprivilegiert und emotional unterernährt, füllt man sich mit etwas, wird größer, auffälliger, hat "Gewicht", nimmt tatsächlich mehr Platz ein.

Die Majorität der durchschnittlichen Mütter besteht größtenteils aus konservativen, mittelmäßigen Mitläuferinnen und Haushaltssklavinnen, die nichts Nachahmenswertes für Kinder zu bieten haben.

Ob das Experiment, aus einem Säugling eine unabhängig denkende, mitfühlende Persönlichkeit zu machen, gelungen ist, stellt sich erst viel später heraus.

Eine Schriftstellerin kann nichts Unlesbares zum Druck geben, ein Architektin keine Konstruktionsfehler machen oder eine Ärztin einen falschen Schnitt, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Mütter aber können ihre Kinder verderben und seelisch verbiegen - unkommentiert, unentdeckt, ungestraft. Mutterschaft ist ohne Risiken, denn die Kinder sind dem Zugriff Anderer entzogen, schon deshalb, weil "Einmischung" in Erziehungsfragen als empörender Eingriff ins Privatleben gilt. Kinder sind verfügbares Eigentum, deren Erziehung nicht nach kinderfreundlichen Regeln erfolgt.

Kaum eine Mutter scheint sich die erste, wichtigste und dringendste Frage zu stellen: Was habe ich dem Kind zu geben?

In ihrem Narzissmus und ihrer Unbewusstheit erwartet sie vom Kind Befriedigung und Qualität wie von einem Produkt.

Die Mutter möchte nicht das Beste für, sondern von ihrem Kind.

Aus dem Buch von Sabine Reichel: "Frustriert, halbiert und atemlos"

Siehe dazu auch Rubrik Kinder bei Matriarchat.Info

 
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