Im Leben eines Mädchens sind die Tage angefüllt mit Ereignissen, die banal zu sein scheinen, es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Es häufen sich die bewussten wie unbewussten Versuche der Umwelt, das Kind auf die Mädchenrolle festzulegen. Aus der Summe solch alltäglicher Erfahrungen ergibt sich für das Kind ein Muster, nach dem es sein Verhalten ausrichtet.

Davon handelt diese Seite.

 
 
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Schwangerschaft mit einem Mädchen
Falls Sie es noch nicht wissen: Das (männliche) Y-Chromosom ist der verstümmelte Rest eines ursprünglich weiblichen X-Chromosoms.

Der im Erbgut festgelegte Bauplan aller Frauen und Männer ist nach weiblichem Bild. Der Mann ist eine Sonderform, hervorgerufen durch biochemische Modifikation des Embryos mit Hilfe des H-Y-Antigens.

Das heißt, wenn es ein Junge werden soll, wird das Weiterwachsen des primären Musters nun unterdrückt - eben durch dieses Antigen - wenngleich ihm noch die Brustwarzen erhalten bleiben und voll funktionstüchtig sind. (Siehe "Am Anfang war die Lust " - auch Männer können stillen)

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Mit Aggressivität zum Erfolg

Über den doppelten Standard, der in Klassenzimmern operiert

  • In den gemischten Klassen geben Jungen den Ton an und beherrschen den Unterricht.
  • Jungen übernehmen das Reden und Diskutieren.
  • Unterrichtseinheiten werden so angelegt, dass sie das Interesse der Jungen finden.

Warum?

Weil, wie die meisten LehrerInnen wissen, männliche Schüler den Unterricht weit eher stören und Schwierigkeiten machen, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen.

Heutzutage werden Schülerinnen in der gleichen Weise ignoriert, wie unsere Großmütter ignoriert wurden!

Oft ist es den LehrerInnen noch nicht einmal bewusst, wie sie ihre Unterrichtszeit verwenden. Wenn sie befragt werden, ob sie Mädchen oder Jungen bevorzugen, protestieren sie in der Regel heftig und behaupten mit Überzeugung, dass sie keinerlei Unterschied zwischen den Geschlechtern machen und alle Schüler gleich behandeln.

Aber wenn ihre nächste Stunde auf Band aufgenommen wird, stellt sich heraus, dass sie sich über zwei Drittel ihrer Zeit mit den Jungen beschäftigt haben, auch wenn weniger Jungen zur Klasse gehören als Mädchen.

Nun wollen die meisten Lehrerinnen und Lehrer möglicherweise nicht absichtlich die Mädchen benachteiligen. Aber unsere gesellschaftlichen Strukturen und unser Erziehungswesen sind so beschaffen, dass Gleichheit und faire Behandlung der Geschlechter bedeutet, dass die Jungen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Und die Jungen bekommen nicht nur einfach mehr Zuwendung, sondern solche, die ihr Selbstbild stärkt.

In Untersuchungen wurde gezeigt,

  • dass auf vier Jungen, die an Diskussionen teilnehmen nur ein Mädchen kommt
  • dass Fragen an Jungen und Mädchen im Verhältnis zwei zu eins gestellt werden
  • dass die Schüler und Schülerinnen Lob und Ermutigung sogar nur im Verhältnis drei zu eins erhalten

und das, obwohl in den Testklassen weit mehr Mädchen als Jungen waren.


Eine englischen Studie hat ergeben, dass Jungen doppelt so viele Fragen wie Mädchen stellen  und auch doppelt soviel Unterrichtszeit für sich beanspruchen.

Unabhängig davon, wie LehrerInnen ihren eigenen Unterricht einschätzen, herrscht aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern Übereinstimmung, dass Jungen für wichtiger, einflussreicher und beachtenswerter gehalten werden.

Dieses verinnerlichte Wissen von Schülerinnen und Schülern baut das Selbstvertrauen der Jungen auf, die weiterhin mehr reden und mehr Aufmerksamkeit verlangen, und untergräbt das Selbstvertrauen der Mädchen, die darauf so reagieren, dass sie weniger sagen und weniger Aufmerksamkeit beanspruchen.

Dies sind die Lektionen, die wir in unserer Schullaufbahn vom Kindergarten bis zur Universität lernen!


Dale Spender schreibt in ihrem Buch "Invisible Women:The Schooling Scandal":

"Ich habe viele Stunden auf Band aufgenommen, die wir in gemischten Klassen gehalten haben, darunter zahlreiche, in denen es das ausdrückliche Ziel war, gleich viel Zeit für Schülerinnen und Schüler zu verwenden. Am Ende einer solchen Stunde hatte ich oft das Gefühl, dass ich dieses Ziel erreicht hätte. Manchmal hatte ich sogar den Eindruck, dass ich dabei zu weit gegangen sei und den Mädchen mehr Zeit als den Jungen gewidmet hätte, aber die Bänder zeigten immer etwas anderes."

Ihre Ergebnisse:

Bei den aufgenommenen Stunden an der Oberschule betrug das Maximum an Interaktionszeit mit Mädchen 42%, der Durchschnitt 38% und das Minimum für Jungen 58%.

Eine Lehrerin meinte: "Ich dachte wirklich, dass ich die Mädchen bevorzugt hätte", als sie feststellte, dass sie ihnen nur 34% ihrer Aufmerksamkeit gewidmet hatte, und fügte hinzu: "Das dachten auch die Jungen. Sie beschwerten sich, ich hätte die ganze Zeit nur mit den Mädchen geredet."

"Sie nimmt immer nur die Mädchen dran, sie kann Jungen nicht leiden", sagte einer, obwohl Jungen 63% der Lehrerzuwendung bekommen hatten. Solch eine Äußerung gehört zu den "höflicheren" Protesten.


In einer sexistischen Gesellschaft betrachten Jungen zwei Drittel der Zuwendung als ihren gerechten Anteil. Viele übten Druck auf ihre LehrerInnen aus, und einige gingen sogar so weit, sich bei der Schulleitung zu beschweren.

Das ist ein Grund dafür, dass es Lehrerinnen und Lehrern nicht möglich ist, beiden Geschlechtern gleich viel Zeit zu widmen: Viele Jungen sind dagegen, machen Schwierigkeiten und haben Erfolg damit.

DENN:

JedeR LehrerIn muss versuchen, die Klasse zur Mitarbeit zu motivieren. Wenn Ordnung im hergebrachten Sinn herrschen soll, sind die LehrerInnen darauf angewiesen, das Interesse derjenigen zu nutzen, die sie unterrichten sollen.

Viele männliche Schüler kooperieren aber nur,
wenn es um ihre Interessen geht.

Die LehrerInnen müssen sich daher mit Unterrichtsformen, -materialien und -themen auf die Jungen einstellen, wenn sie verhindern wollen, dass diese sich unkooperativ, störend und aggressiv verhalten.

Das bringt uns zu der Frage, was im allgemeinen in unserer Gesellschaft als interessant gilt!

 
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